Zukunftsvisionen

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Zukunftsvisionen

Beitrag von Harvest am 25.06.12 22:41

Ich sitze hier gerade an meiner 360 bei einer entspannten Runde GTA IV und plötzlich fällt mir auf: Hey, du willst doch eigentlich lieber am PC spielen. Da hat man seit wenigen Tagen eine brandneue Konsole neben dem TV stehen und geht zum guten alten PC. Ist euch das auch schonmal passiert? Was für Vorzüge hat der PC? Mir fallen da drei Stichpunkte ein: Online, Download und Kommunikation. Ich habe direkte Internetverbindung um Online zu spielen, kann mir in Steam und Co. was runterladen und mich über twitter und diverse Foren mit anderen austauschen. Ok ich denke ihr wisst nicht genau worauf ich hinaus will, deshalb komme ich mal zum Thema:

Hallo NextGen-Community,
in diesem Thread möchte ich mit euch über die Zukunft reden. Mindestens 3mal die Woche hören wir von irgendwelchen Analysten und Vertretern der Spieleindustrie einen flotten Spruch über die Zukunft der Computer-/Videospiele. Konsolen sterben aus, heißt es da. Der PC und mobile Plattformen wie iOS und Co. sind die Zukunft. Aussagen die man in gewisser Hinsicht sowohl nachvollziehen kann, aber auch total daneben findet. Ich möchte in diesem Thread daher mal von euch, den Gamern, hören wie ihr über die Zukunft denkt. Dabei sind mir besonders 2 Punkte wichtig:

1. Wie sieht die Spieleindustrie in 10/20/30 Jahren eurer Meinung nach aus.
2. Wie wird/hat sich euer Spielverhalten ändern/geändert?

Ich mach einfach mal den Anfang der Propheten-Runde und versuche die beiden Fragen zu beantworten.


HINWEIS
Das hier ist lediglich meine Sicht der Dinge. Natürlich kann auch alles anders kommen, was ich besonders Sony wünschen würde. Der nachfolgende Text ist lediglich der Versuch die Zukunft der Spieleindustrie in Textform darzustellen. Viel Spaß beim lesen.



Das Aussterben der Konsole - Last Gen?
Wir schreiben das Jahr 2006, die erste Konsole der aktuellen Generation, die XBOX 360, erscheint auf dem Markt. Wichtigste Features? Verbesserte Grafik, erweitertes Online-Angebot und der RROD... ok letzteren streichen wir mal. Ihr folgten einige Zeit später Nintendos Wii und Sonys PlayStation 3. Einige Jahre später, um genau zu sein das Jahr 2012, meint jeder der einigermaßen Ahnung von der Industrie hat das diese Konsolen die letzten sind. Doch stimmt das? Nun das es zumindest hinsichtlich Nintendo nicht stimmt, haben sie uns bereits gezeigt, ABER... Nintendo ist erst jetzt wirklich in der aktuellen Generation angekommen, auch wenn sie in meinen Augen auch jetzt noch etwas hinterherhinken. Zu mächtig ist die Konkurrenz, allen voran der Industrie-Riese Microsoft, denn deren XBOX 360 konnte sich im letzten Jahr zur Nr. 1 unter den Konsolen-Verkäufen mausern. Einen nicht gerade geringen Anteil daran dürfte Kinect haben, welches quasi Microsofts Investition in die Zukunft war. Statt einer neuen Konsole, kümmert man sich lieber um die Verbesserung von Kinect und spart sich so für einige Jahre mehr die Arbeit an einer Nachfolger-Konsole. Doch ich denke das auch Microsoft noch mindestens eine Konsole auf den Markt bringt. Diese wird wohl einen Lebenszyklus von über 10 Jahren haben und damit die langlebigste Konsole von allen werden. Warum? Weil sie auf Dinge setzt die wir sonst nur vom PC kennen, nämlich genau die 3 Dinge, welche ich eingangs schon erwähnte: Online, Downloads, Kommunikation. Doch kommen wir nun zu Sony. Sony wird auch in den nächsten Jahren noch in finanziellen Schwierigkeiten stecken und sich wohl drei mal überlegen ob sie eine weitere Konsole auf den Markt werfen oder die Sparte zumindest teilweise schließen. Teilweise weil Spiele immer noch für Smartphones und Tablets entwickelt werden können. Somit bleiben am Ende nur Nintendo als reines Videospiel-Unternehmen, die wohl noch die ein oder andere Konsole auf den Markt bringen und Microsoft, die mit einem umfassenden Onlineservice ihre XBOX 720 viele Jahre am Leben halten.

Der PC - Plötzlich wieder Nr. 1?
Der PC war schon die Nr. 1 Plattform für Games, als manche von uns noch nicht mal auf der Welt waren. Jetzt, viele Jahre später, könnte er es wieder werden, wenn er es nicht sogar schon ist. So gut wie jeder von uns nutzt Download-Plattformen wie Steam oder Origin, viele bevorzugen den PC wegen seiner Grafikleistung. Dazu kommt das MMO-Genre welches in den letzten Jahren mehr Spieler an den PC geholt hat, als so manche Blockbuster-Titel zuvor. Ich denke Namen wie World of Warcraft oder Star Wars The Old Republic kennt jeder und das hat auch seine Gründe. Auch in Zukunft werden wir unsere Spiele vermehrt bei Steam kaufen oder überhaupt auf dem PC spielen. Das alleine macht den PC zur Gaming-Plattform die nie aussterben wird!

Der Siegeszug der MMOs - Ein Spiel reicht völlig
Man braucht eigentlich nur den Titel zu lesen um zu wissen worum es in diesem Absatz gehen wird. Wenn es einer weiß, dann ja wohl ein MMO-Spieler. Auch in Zukunft werden sie wohl das Genre schlechthin auf dem PC sein. Sie gehören heutzutage einfach dazu. Egal ob World of Warcraft, SWTOR, RIFT, HdRO oder eines der zahlreichen F2P-Games, jede Menge Menschen sind schonmal mit MMOs in Berührung gekommen. Dabei rede ich nicht (!!!) nur von Gamern, sondern auch von Familien, Non-Gamern, Rentnern oder Frauen. Letztere seien besonders genannt da es, zumindest kenne ich das aus WoW, in MMOs einen so großen Frauenanteil gibt, wie in kaum einem anderen Game. Auch alle Altersklassen sind vertreten. Ich erzähle euch mal ein bisschen was von der Gilde, in welcher ich in WoW bin. Der Altersdurchschnitt in unserer Gilde liegt bei ca. 36 Jahren. Unser Gildenmeister ist wahrscheinlich der älteste Spieler des Servers, denn er bringt es auf satte 69 Jahre! Was ich damit sagen will ist, das es MMOs wie kein anderes Genre schaffen ein riesiges Feld an Menschen vor den Bildschirm zu locken, ich würde sogar soweit gehen und behaupten das ihnen das besser gelingt als Nintendo mit deren Casual-Konsole Wii. Dazu sind MMOs so umfangreich das man im Prinzip kein anderes Spiel braucht. Klar mag das bei dem ein oder anderen zur Sucht führen, doch der Anteil der wirklich Suchtkranken ist hier verschwindend gering. Aber jetzt mal zu den MMOs an sich. Ich denke das sich die MMO-Industrie in den nächsten Jahren immer mehr auf F2P samt Item-Shop verlässt, wobei ich nicht denke das gebührenpflichtige MMOs komplett aussterben werden. Spiele wie WoW, RIFT, SWTOR und TERA zeigen das es auch heute noch einwandfrei funktioniert! Blizzards MMOs World of Warcraft und Titan werden wohl auch weiterhin die Spitze bilden und das Genre quasi anführen. Blizzard ist ein sehr einflussreicher und beliebter Entwickler, der sicherlich noch für die ein oder andere Überraschung gut ist.

iOS und Co. - Mobile Gaming
Zuerst muss ich mich mal outen, ich besitze weder ein Smartphone noch ein Tablet. Daher kann ich auch eher weniger dazu sagen. Was ich aber sagen kann ist, das ich mir im moment schwer vorstellen kann, das diese Geräte mit ihrem Angebot, das ja doch überwiegend aus kurzweiligen Spielen besteht, wirklich ganz alleine die Zukunft der Spieleindustrie darstellen kann.

Mein Spielverhalten
Kommen wir doch jetzt mal zu Frage 2, also zu mir. Ich brauch da gar nicht viel vorherzusehen, denn mein Spielverhalten hat sich in den letzten 2 Jahren schon drastisch geändert. Seit dem Verkauf meiner ersten XBOX 360 wurde ich zum absoluten PC-Gamer, lies Wii und DS links liegen und verstauben, entdeckte Steam für mich und eignete mir ein großes Wissen im MMO-Bereich durch diverse MMOs an. Allen voran natürlich durch den Genre-Primus WoW welchen ich nun seit gut 5 Jahren (inkl. Pausen) spiele. Mehr brauch ich dazu auch jetzt nicht mehr sagen, ausser das ich selbst trotz neuer 360 im Moment nach wie vor lieber am PC spiele. Was aber auch daran liegen kann, das ich derzeit nur meine alten (früher) bereits durchgespielten Spiele habe. Für mich ist und bleibt die 360 die beste Spieleplattform dieser Generation.


Zuletzt von Harvest am 26.06.12 18:18 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet

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Re: Zukunftsvisionen

Beitrag von Ikar am 25.06.12 23:13

Ich hoffe, dass das Forum noch viele Jahre Bestand hat, sodass wir dann irgendwann mal auf die Prognosen zurueckschauen koennen Smile.

Weitere Vorteile des PCs sind:
- Eingabemoeglichkeit waehlbar: Maus&Tastatur fuer Shooter und Strategiespiele, Gamepad fuer Action Adventures.
- geringerer Preis der Spiele

PC als Nr.1:
Nun ja, es ist gar nicht mal so aussergewoehnlich, dass der PC wieder die Nase vorn hat zum Ende des Konsolenzyklus - man 6 Jahre PS3 und Wii, wie schnell die Zeit doch verflogen ist...Ich kann mich noch erinnern, dass es bei der PSX nicht anders war, zum Ende des Zykluses wurde auch nur noch auf dem PC gedaddelt. Die darauffolgende Generation hatte ich zwar nicht mitgemacht, dennoch war mein Eindruck, dass der PC auch am Ende die Nase vorn hatte, nicht zuletzt wegen Internetkonnektivitaet. Das war die Zeit, in der Flatrates erschwinglich wurden.

Ich prognostiziere Mal, dass der PC sich als Spieleplattform halten wird, die Spielelandschaft sich aber veraendern wird. Es wird weniger teure AAA Produktionen geben, die viel Geld verschlingen, dafuer in absehbarer Zeit mehr Socialnetwork- und Free-to-Play-Mist. Ausserdem - was ich positiv sehe - wird es weiter viel Indie-Kram geben.

Nintendo:
Traurig, aber ich kann mir gut vorstellen, dass in spaetestens 10 Jahren Nintendo Niemanden mehr interessiert. Ich kann mir vorstellen, dass WiiU noch ganz okay laufen wird, die naechste Konsole aber ein Schuss in den Ofen sein wird, da der Markt einfach nicht mehr da ist, fuer die guten alten Franchises. Eingesessene Fans wird es zwar weiterhin geben, die sich wehmuetig an gute alte Zeiten zurueckerinnern und auch weiterhin jeden neuen Zeldateil kaufen, aber die Zahl wird so gering sein, dass sich Nintendo mit diesen Verkaufszahlen nicht so recht ueber Wasser halten koennen wird. Neue Spielergenerationen sind einfach zu stark vom Atem von iOS und Co gepraegt...

Microsoft und Sony:
Ich denke beide werden noch ein bis drei Konsolengenerationen rausbringen. Wobei ich Microsoft auf lange Sich vorne sehen werde. Die Konsolen stelle ich mir aber nicht als reine Spielekonsolen vor, sondern es wird weiter die Richtung verfolgt, die die Xbox360 nun am Ende schon sehr deutlich einschlaegt: Home-Entertainment. Es wird einfach eine Art Kasten sein, der unter dem Fernseher primaer zum Streamen von TV-Inhalten genutzt wird, auf dem man nebenbei aber auch Spiele spielen kann. Als eine Art abgespeckter PC. Ich denke auch, dass die Geraete nicht mehr sehr stark auf pure Hardwarepower setzen, da durch einen niedrigen Einstiegspreis ein moeglichst grosses Publikum erreicht werden soll. Ich denke, Microsoft wird das ganz gut gelingen, aber sich den Markt mit "Apple TV" teilen. Sony sehe ich mittelfristig die Puste ausgehen und immer mehr vom Markt verschwinden.

Mein Spieleverhalten:
Jenes hat sich in den letzten Jahren dramatisch veraendert. Und das liegt nicht nur daran, dass ich aelter geworden bin, sondern dass der Markt sich massgeblich veraendert hat. Hier kurz die Historie in der Uebersicht:
- 1992 GameBoy
- ~ 1996 GB Pocket, weitere GBs wurden uebersprungen
- irgendwann dazwischen 3 86er PC
- 1998 PS1
- PC-Zeit bis 2006, dann Wii
- 2006 GB Advance zum Nachholen von Spielen
- 2008 DS
- 2009 Wii getauscht gegen PS3
- 2010 Wii bei Gewinnspiel gewonnen
- 2011 3DS geschenkt bekommen, PS3 abgegeben
- gebrauchtes N64
- 2012 gebrauchte PSP 3000

Im Moment sieht es so aus, dass ich maximal 2-4 Stunden die Woche spiele, an vielen Fronten gleichzeitig: Tales of the Abyss, Layton 3, Skyword Sword, Mario 3DS, Dragon Quest IX...
Ich habe aufgegeben, jedes potentiell interessante Spiel kaufen und besitzen zu muessen, meine Spielesammlung habe ich so gut wie aufgeloest, bis auf SNES, PSX und die Nintendotitel von DS und 3DS, also die Sachen, an denen schoene Erinnerungen haengen, behalte ich. Ich habe auch aufgegeben, jedes Spiel durchspielen zu wollen, einen Stapel mit must-play Spielen aufzutuermen und abarbeiten zu "muessen". Ich spiele nur noch das, wonach mir gerade ist, und wann mir gerade danach ist. Ich habe zwar noch ein sehr grosses Interesse an Videospielen - deshalb bin ich auch in diesem Forum - aber ich unterhalte mich lieber darueber, als dass ich spiele. Fuer mich sind Videospiele ein Medium geworden, von dem ich immer noch nicht ablassen kann und will, aber das fuer mich immer weiter in den Hintergrund rueckt. Ich informiere mich immer weniger, da mir die Entwicklung der Branche einfach nicht mehr passt, und da ich immer weniger Zeit investieren moechte. Mir geht es beim Spielen heute darum, ab und an Stress und Anspannung abzubauen, und sich fuer ein paar Momente gehen zu lassen.

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Re: Zukunftsvisionen

Beitrag von Tobbi am 25.06.12 23:54

Ich muss sagen, ich sehe es teilweise genau anders herum.

Bei Nintendo mache ich mir eigentlich keine großen Sorgen: Bisher war jede ihrer Konsolen ein finanzieller Erfolg. Den meisten CoreGamern mag das Konzept, das Nintendo fährt wohl nicht gefallen, aber den Handheld Markt dominieren sie im Mobile Gaming schon seit Jahren und daran wird sich so schnell auch nicht viel ändern. Natürlich ist der mobile Markt duch die Konkurrenz durch Smartphones, etc für Nintendo kleiner geworden. Trotzdem ist er nicht vollkommen weg und das Erlebnis wie auf einem DS, 3DS oder einer Vita bekommt man nun mal nicht auf einem Smartphone.

Zu der künftigen Hardware-Generation: Ich glaube nicht, dass wir zur nächsten Gen deutliche Sprünge bei der Hardware-Power sehen werden. Den Sprung von der PS2/XboX auf die PS3/XboX360 werden wir nicht nocheinmal erleben. Der Grund: Sony und Microsoft haben sich dabei teilweise deutlich verkalkuliert und die bessere Hardware-Power teuer bezahlt. Sony erziehlt erst seit Mitte 2010 mit der PS3 einen Gewinn, hat davor also etwa 3,5 Jahre Verlust gemacht. Bei Microsoft dürfte es ähnlich aussehen, auch wenn die 360 wohl schon früher in die Gewinnzone gekommen ist. Trotzdem hat Microsoft mit der 360 in den ersten 2 Jahren einen Verlust von schlappen 3,8 Milliarden Dollar hingelegt.

Sony wird es sich bei seiner aktuellen finanziellen Lage dreimal überlegen, ob sie wieder eine Konsole so stark subventionieren, Microsoft hingegen kann da eigenlich machen was sie wollen, Windows bringt immer noch genug Geld rein, sodass sie sich da keine großen Sorgen machen müssten.

Bei Nintendo sieht es anders aus, sie haben seit der ersten verkauften Wii direkt Gewinn gemacht. Das mussten sie sogar, denn sie hatten kein weiteren großen Produktsparten hinter sich, die das ganze subventionieren hätten können. Dementsprechend war auch die Hardware-Leistung, denn der Markt gibt einen gewissen Preis vor, für den man gerade noch eine Konsole verkaufen kann. Wir sind inzwischen soweit zu sagen, dass 400€ für eine WiiU viel zu teuer sind, verlangen aber gleichzeitig, dass sie die PS3 und die 360 bei weitem übertrifft und mit einem Gaming-PC von 1000€ gleichzieht. Da ist doch irgendwo ein Logikfehler drin.

Ich denke, Konsolen und der PC werden weiterhin paralell bestehen. Konsolen sind weitaus billiger als PCs und einfacher in der Handhabe, ich lege die Disk ein, vll muss ich noch kurz was installieren, aber das macht die Konsole ja auch ganz von allein. Beim PC muss ich mich mehr auskennen, muss mit Treibern herumhantieren, wenn was nicht funktioniert, etc. Dafür bekomme ich beim PC natürlich auch mehr Leistung, für entsprechend Bares versteht sich.

Um mal eine Prognose zu den großen 3 abzugeben: Nintendo wird sich wohl auf jeden Fall noch 10 Jahre im Markt halten, alleine wegen den ganzen exklusiven IPs, die sie besitzen. Und selbst wenn Nintendo irgendwann doch beschließen sollte, aus dem Konsolengeschäft auszusteigen, bedeutet das noch lange nicht, dass Nintendo verschwinden muss, die IPs haben sie weiterhin und die würden sich auch auf anderen Konsolen gut verkaufen. Auch bei Microsoft mache ich mir keine große Sorgen, die haben einen fetten Konzern dahinter, wodurch sie ruhig wieder ein Risiko eingehen können.
Bei Sony habe ich ein schlechteres Gefühl. Wenn sie ihre PS4 wieder zu stark subventionieren müssen, weil sie zu viel Hardware-Power reingesteckt und den Preis zu hoch angesetzt haben, wodurch das Ding in den Läden liegen bleibt, wird das wohl die letzte Konsole von Sony gewesen sein.

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Re: Zukunftsvisionen

Beitrag von Darkfire am 26.06.12 15:30

@Harvest
Toller Thread! Er kommt mir aber irgendwie bekannt vor. Hatten wir diesen nicht schon mal zu Nintendocast-, Konsolenpodcast- und Spielecast-Zeiten?

Jedenfalls gebe ich heute mal meine Prognose zum Videospielmarkt und meinem Spielverhalten ab. Bis 2003 war ich ein absoluter Konsolenspieler. Klar, manchmal habe ich damals auf dem PC von meinem Bruder gespielt, aber allerhöchstens zweimal pro Monat und dann auch nur für ein, zwei Stunden. 1996 habe ich meinen GameBoy und 1997 mein Super Nintendo erhalten und ich hatte Spaß mit den Spielen! Erst 2000 folgte ein GameBoy Color und 2001 ein Nintendo 64, bevor ich mir mit dem Gamecube 2002 die erste Konsole direkt zum Launch bekam. Ich kannte bis dahin also nur die Welt von Nintendo, obwohl ich da schon in meinen "zarten" Jahren mit Resident Evil, Parasite Eve und Co. auf der PlayStation mehrerer Freunde schon in gewisser Weise einen Ausflug über den Tellerrand gemacht habe - dieser hat mir damals aber nicht so sonderlich gefallen und ich blieb noch viele Jahre ein purer Nintendo-Fans.

2004 folgte der GameBoy Advance SP (dank eines 100€-Saturn-Gutscheins, den ich gewonnen habe - ansonsten hätte ich mir die Konsole wohl nicht gekauft) und dann ging es 2006 mit einem Nintendo DS und einer Wii, ebenfalls direkt zum Launch, weiter. Ende 2007 hatte ich aber Entzugserscheinungen - es gab auf der Wii einfach keine Rollenspiele und da ich gerne mal ein paar Final-Fantasy-Titel nachholen wollte, sprich die Teile IX, X, X-2 und XII (die ja nur auf PS/PS2 erschienen sind), kam dann auch eine PlayStation 2 dazu. Ein halbes Jahr später die Xbox 360. Bis 2011 blieb es dann auch bei dieser Konstellation, doch dann überkam es mich und ich "musste" mir auch noch eine Dreamcast kaufen. Ein Monat später folgte mein Nintendo 3DS und einen Monat darauf kam ich auch noch in den Genuss einer PlayStation 3. Durch den Red Ring of Death durfte ich mir Ende letzten Jahres auch eine neue Xbox 360 kaufen, da eine Reparatur finanziell gesehen keinen Sinn ergeben hätte.

In dieser Zeit habe ich parallel auch auf dem PC gespielt, aber diesen habe ich eher nur zum Arbeiten genutzt. Insbesondere, um meine Tests zu schreiben, da ich ja seit 2008 für das Nintendo Magazine (vormals NMag) schreibe und seit 2010 ebenfalls mit Gameplay Gamers ein eigenes Projekt leite. Wenn ich mich aber jetzt an die letzten zwölf Monate erinnere, habe ich auf dem PC tatsächlich nur ein einziges Spiel gezockt - Risen 2, da verdient Piranha Bytes einfach mein Fan-Herz, dass ich diesen Titel ungespielt liegen hab lassen, wie The Witcher II, Anno 2070 oder Heroes VI. Selbst Skyrim habe ich nicht gespielt, doch der Titel fliegt hier irgendwo rum.

Kommen wir doch jetzt zur Kernaussage - wir ihr seht, fahre ich gerne mehrgleisig, da auf allen System sehr gute Spiele erscheinen (und es kommt mir jetzt keiner an, dass auf der Wii nur Schrott erscheint - das stimmt nicht und die sehr guten Spiele kommen nicht nur von Nintendo!). Ich habe früher gerne gespielt und ich werde auch noch in zehn Jahren sicherlich gerne spielen. Das einzige Problem, was ich bei mir selbst sehe ist, dass ich ebenfalls Reviews über Spiele schreibe - das macht die ganze Sache ein wenig unangenehmer - ja, das sagt jemand, dessen größter Traum es immer war, ein Journalist zu sein. Da meine Spielesammlung mittlerweile auf fast 800 Titel angestiegen ist, hat man im Grunde schon fast alles gesehen und es ist oft einfach nur nervig, etwas zu spielen, was man ja schon irgendwie kennt. Dann gibt es aber auch Titel, die einen selbst überraschen und irgendwie etwas neues bieten - und das sind dann die Momente, in denen man wieder richtig viel Lust bekommt, den Titel zu genießen.

Eine großartige Veränderung im Spielemarkt, so wie ich ihn als ehrenamtlicher Journalist und Spieler mit mehr als 16 Jahren Gaming-Erfahrung, sehe ich derzeit nicht kommen. Das einzige, was ich mir vorstellen könnte ist, dass einer der großen Drei sich aus dem Videospielmarkt verziehen wird. Nintendo wird das definitiv nicht sein. Nintendo ist seit 2005, also seit dem DS, Mitbestimmer wohin sich der Markt entwickeln wird. Und wenn man sich mal Kinect, Vita und Move anschaut dann kann man deutlich sehen, dass Nintendo seit Jahren den Trend vorgibt. Und selbst wenn Nintendo keine Konsole mehr herstellen wird (kennt man ja von Sega), wird der Konzern definitiv nicht verschwinden. Nintendo-Spiele exklusiv auf einer Xbox könnte sogar den Tod für Sony bedeuten - zumindest im westlichen Markt, aber kommen wir mal auf Sony zurück. So wie Sony ihre Konsole zu hohen Preisen verkauft und ebenfalls zu hohen Preisen produzieren lässt, sehe ich da finanziell nur wenig Hoffnung. Eine Konsole wird Sony sicherlich noch auf den Markt bringen, doch wenn sie sich hier kalkulieren sollten, könnte es sehr wohl Sony sein, die sich aus dem Markt verziehen werden. Bei Microsoft sehe ich es ähnlich wie Tobbi - Windows ist das meist verbreiteste Betriebssystem und wird sich alleine aufgrund des Namen weiterhin blenend verkaufen. Überraschen würde es mich, wenn Sega auf einmal wieder im Konsolenmarkt mitmischen würde - aber das ist wohl sehr unwahrscheinlich.

Eine Veränderung wird es auf der Konsole aber geben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass alle Spiele in zehn Jahren nur noch online vertrieben werden. GameStop wird zwar randalieren, aber was wollen sie denn groß dagegen tun? Es ist einfacher, dank Flatrates mittlerweile vielerorts schneller - aber das Problem wird der Preis sein. Bei Saturn kann man Glück haben, wenn ein Super Mario Galaxy 2 mal für weniger als die Hälfte des Startpreises vertickt wird - aber wenn Nintendo den Titel online anbieten würde, käme es wohl kaum zu Preisnachlässen, da sie ein Monopol darauf hätten. Ich persönlich wünsche mir diese Zukunft übrigens nicht - ich liebe es Spiele im Laden zu kaufen und ich fände es sehr schade, wenn ich keine Collector's Editions mehr erstehen könnte. Die machen sich einfach so gut in meinem Zimmer, wenn sie auch viel Platz fressen.

In diesem Sinne: Schönes Leben noch!

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Re: Zukunftsvisionen

Beitrag von Dr. Sooom am 27.06.12 4:01

@Darkfire: Im Thread Gamer im Wandel der Zeit - Der Rückblick wird zumindest mal der Blick auf dem Gamer geworfen, nicht jedoch auf die Gaming-Industrie an sich, wenn ich jetzt mal vom Titel ausgehe.

Daher ist's auch etwas schade, dass in diesem Thread hier erneut auf den Gamer explizit, wenn auch nur sekundär, eingegangen wird. Dies sollte man eher wohl im anderen Thread niederschreiben. Beide Threads nun aber zusammenzuführen, halte ich für eine schlechte Idee, da es hier primär ja um die Zukunft der Gaming-Industrie geht.

Meine Prognose für 2022:

Nach der Blu-ray wird es weiterhin ein optisches Medium mit 8 cm Durchmesser, jedoch um einiges dicker, geben. Die Form ist mit einem Zylinder vergleichbar. Die Spezifikationen für dieses Medium stehen bereits fest. Es soll in einem 3,5"-PC-SchachtPlatz finden. Wie viele GB pro Layer auf diesem Medium dann Platz finden werden, habe ich leider vergessen. Aber es wird mehrere Layer besitzen. Genaueres steht in der c't oder iX.

Daher werden, wie auch schon jetzt, kleinere Titel mit bis zu 25 GB in zehn Jahren nur noch online vertrieben werden. Umfangreichere Titel werden wohl über beide Distributionswege (Optisches Medium und Online) vertrieben werden. Weiters kann es gut sein, dass reine Online-Händler Gutschein-Codes für diverse Titel günstiger als im eigentlichen Online-Shop der einzelnen Hersteller (Microsoft, Sony, Nintendo, Valve, EA usw.) anbieten werden, so wie es Nintendo bereits ankündigte. Jedoch glaube ich nicht, dass Spiele-Codes im Einzelhandel anstatt den eigenen physischen Spielen vertrieben werden.

Weiters gehe ich davon aus, dass bereits binnen der nächsten fünf Jahre UHDTV eingeführt werden wird. Hier wird dann auch der neue Videocodec H.265 (HEVC) Verwendung finden,. Genaueres hierzu in der c't Heft 14/2012 ab Seite 174. Die Auflösungen dürften dann eher als 4K und 8K bezeichnet werden, Anders formuliert: Die Anzahl der Pixel gegenüber Full-HD (1080p) erhöht sich dann auf das 4- bzw. 16-fache (4320p). Dadurch werden auch die Displays bei mobilen Endgeräten besser, wobei ich davon ausgehe, dass Sony keinen PS Vita-Nachfolger mehr auf dem Markt bringen wird. Sie werden ihre Titel über ein Sony-Smartphone anbieten, welches auf Android laufen wird.

Nintendo wird mit dem 3DS noch einige Jahre erfolgreich bleiben, jedoch werden sie nur schwer absolute Casual-Gamer mit einem Dr. Kawashima's Gehirn-Jogging-Titel erneut ansprechen können, da der Markt kleiner Spiele-Apps einfach schon überfüllt sein wird. Es ist jetzt schon eine Herausforderung gute Spiele für iOS- und Android-Geräten zu finden, die nicht solch einen Hype wie zB Angry Birds auslösen. Es kann gut sein, dass dieser Smartphone-Spielemarkt in den kommenden fünf Jahren zusammenbrechen könnte, weil es einfach zu viel gibt. Dass die meisten Spiele-App-Entwickler von ihren Einnahmen aus den App-Verkäufen nicht Leben können, wurde bereits in Studien festgehalten. Trotzdem wird der Indie-Markt meiner Meinung nach weiter bestehen bleiben.

Hinsichtlich Xbox 720, PS4 und Wii U kann man zurzeit einfach noch keine vernünftige Prognose abliefern, da diese einerseits noch nicht mal auf dem Markt sind, und andererseits die Hersteller einfach eine komplette neue Firmware raufspielen können, wodurch die Funktionalität dieser Konsolen über Nacht stark erweitert werden könnte (vgl. Xbox 360 im Jahr 2006 und heuer (2012)).

Der PC als Spieleplattform wird bestehen bleiben, jedoch werden die Anzahl an Social-Games stark zurück gehen. Die erzielten Umsätze in diesem Genre sind jetzt bereits rückläufig und sie werden meiner Meinung binnen der kommenden drei Jahre stark einbrechen, ähnlich wie es bei SingStar oder Guitar Hero der Fall war.

So, mal schauen, wie's dann schlussendlich im Jahre 2022 ausschauen wird. Wink

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Re: Zukunftsvisionen

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