Die allgemeine Medienlandschaft

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Aran Jäger der II. am 10.08.10 9:57

Und nochmal was sorry für Doppelpost:

Es ist durchaus anzuerkennen, dass der Westdeutsche Rundfunk als erster öffentlich-rechtlicher Sender die Gehälter seines Führungspersonals offengelegt hat, denn dass dies dem Gebührenzahler gegenüber bislang geheim gehalten wurde, ist schon ein starkes Stück. Wir alle zahlen in den Gebührentopf hinein, somit sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ARD und ZDF auch indirekt bei uns angestellt. Dennoch kein Wunder, dass diese Geheimniskrämerei betrieben wird, denn was der WDR da jetzt an Zahlen präsentiert hat, zieht einem die Schuhe aus: Allein WDR-Intendantin Monika Piel verdient 308.000 Euro im Jahr (plus eine Prämie für lange Betriebszugehörigkeit) – sie hat damit ein höheres Gehalt als unser Bundespräsident. Des weiteren gibt es noch fünf Direktoren, die auch nochmal um die 200.000 Euro Jahresgehalt kassieren. 2009 gingen allein zur Finanzierung dieser sechs WDR-Führungspersonen rund 1,4 Millionen Euro drauf. Weitere Einzelheiten lesen Sie bei “Funkkorrespondenz”. Hochgerechnet auf alle öffentlich-rechtlichen Sender dürfte da ein Millionenbetrag deutlich im zweistelligen Bereich zusammengekommen – wie gesagt: nur die Gehälter einer Handvoll Leute!

Auch als Rentner wird es den Damen und Herren gut gehen – und das gilt nicht nur für die obere Mitarbeiterschicht. Rund 16.000 pensionierte ehemalige Mitarbeiter von ARD und ZDF beziehen (neben ihrer staatlichen Rente) eine über Gebühren finanzierte Betriebsrente von durchschnittlich etwa 1500 Euro pro Nase und Monat – macht etwa eine Viertelmilliarde Euro im Jahr! Als 2007 die Gebühren erhöht wurden, war die Rundfunkkommission KEF, die den Finanzbedarf ermittelte, gar so ehrlich, offen zuzugeben, dass bis 2012 allein für diese Altersvorsorge etwa 2,2 Miliarden Euro benötigt würden. Unter anderem wurde damit überhaupt die Erhöhung der Gebühren begründet.

Ich möchte hier weder Wut noch irgendeinen Neid entfachen – jeder Mitarbeiter von ARD und ZDF hat das Recht, angemessen bezahlt und fürs Alter abgesichert zu werden. Dennoch bleibt der Eindruck, dass hier ein Sparwille nicht wirklich da ist – und wenn das Geld nicht mehr reicht, dann erhöht man eben die Gebühren. Durch die Gebührenreform 2013 steht ja schon bereits der nächste Geldsegen ins Haus.

Quelle: fernsehkritik.tv

Lol die WDR Intendantin verdient mehr als der Bundespräsident? das ist ein starkes Stück und dafür gehen unsere GEZ-Gebühren drauf?

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Darkfire am 10.08.10 12:56

Also das die Bosse solcher Fernsehsender schon viel Kohle scheffeln, war mir durchaus klar - aber so viel? Mal ehrlich. Wir zahlen dafür und dann können wir doch auch damit rechnen, dass die Gelder eher in die Produktion von Fernsehsendungen investiert werden und nicht in die Gehälter der Chefetage. Jetzt versteht ich persönlich auch besser, warum mir das Programm des öffentlich rechtlichen Sender nicht interessiert - weil einfach kein Geld für interessante Sendungen da ist.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Mic am 10.08.10 13:22

Aran Jäger der II. schrieb:
Lol die WDR Intendantin verdient mehr als der Bundespräsident?

Genau das habe ich mir auch gedacht, wenn schon die Leute von dieser, verhältnismäßig kleinen, Sendeanstalt so viel Kohle scheffeln, was verdienen dann die hohen Tiere bei ARD und ZDF?
Man sollte mal die Einschaltquoten des WDR in Verhältnis mit den Ausgaben allein für die Gehälter setzten, wäre bestimmt eine witzige Gleichung...

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Der Mann der bei BILD Hans Esser war

Beitrag von Aran Jäger der II. am 15.08.10 23:20

1977 arbeitete Wallraff dreieinhalb Monate lang als Redakteur bei der Bild-Zeitung in Hannover. In dem Bestseller Der Aufmacher. Der Mann, der bei „Bild“ Hans Esser war schildert er seine Erfahrungen in der Lokalredaktion Hannover und weist der Bild-Zeitung schwere journalistische Versäumnisse und unsaubere Recherchemethoden nach. Der Deutsche Presserat sprach daraufhin sechs Rügen gegen die Bild-Zeitung aus und rügte auch Wallraff für seine „nicht zulässige verdeckte Recherche“. Die Axel Springer AG verklagte Wallraff daraufhin mehrfach, sodass dieser einige Passagen in der zweiten Auflage weglassen musste. Diese Textteile, die sich vor allem auf wörtliche Zitate einzelner Bild-Redakteure beschränkten, wurden ab der zweiten Auflage demonstrativ geschwärzt angezeigt, sind seit Oktober 2009 allerdings auf WikiLeaks zu finden.

Die Ausstrahlung des 1977 vom WDR produzierten Dokumentarfilms Informationen aus dem Hinterland wurde durch den damaligen Fernsehdirektor Heinz Werner Hübner abgelehnt, da der Axel-Springer-Verlag von der Produktion erfuhr und „sehr ungehalten” war. Der Film wurde später in einigen Programmkinos gezeigt.

1978 rief Wallraff den Hilfsfonds „Wenn Bild lügt, kämpft dagegen“ ins Leben, um Betroffene der Bild-Berichterstattung juristisch zu unterstützen. 1979 erschien das Buch Zeugen der Anklage. Die „Bild“-Beschreibung wird fortgesetzt. Darin äußerten sich erstmals viele Betroffene und langjährige Mitarbeiter des Blattes. 1981 folgte Das „Bild“-Handbuch. Das Bild-Handbuch bis zum Bildausfall als eine Art juristischer Ratgeber für Geschädigte.

Im selben Jahr fand die von der Axel Springer AG eingeleitete Prozess-Serie, die der Repression des Werks diente, ein Ende. Der Bundesgerichtshof entschied weitgehend zu Gunsten Wallraffs. Dagegen legte die Axel Springer AG eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. In seinem Grundsatzurteil vom 25. Januar 1984 rügte dieses aber lediglich die teils wörtliche Schilderung einer Redaktionskonferenz.

1987 gab der konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza bekannt, dass er den Großteil der „Anti-BILD-Trilogie“ als Ghostwriter geschrieben habe. Wallraff reichte weder Klage ein noch nahm er zu den Vorwürfen in irgendeiner Form öffentlich Stellung


Vor kurzem wurden Beiträge aus dem Film neuveröffentlicht da sie teilweise gesperrt waren:



Das Buch "Der Mann der bei "BILD" Hans esser war" ist sehr zu empfehlen.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Aran Jäger der II. am 27.08.10 20:16

Hart aber leer

Eigentlich sollte es in der Jubiläumsshow von Frank Plasberg ja um Atomenergie gehen. Stattdessen zeigte er eindrucksvoll, wie sein Talkkonzept funktioniert: Pointen statt Ergebnisse, Fragen, bei denen die Antwort schon vorher klar ist - und bloß keine inhaltlichen Diskussionen.

Hundertmal "Hart aber fair". Hundertmal Frank Plasberg im rot gehaltenen Studio. Hundertmal fünf wichtige Gäste und ein wichtiges Thema. Diesmal: "Der Atom-Showdown - wer siegt im Kampf um Energie und Macht?" Eine interessante Frage, gewiss, mit hochkarätigen Diskussionsteilnehmern, zweifellos: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ist gekommen. Renate Künast von den Grünen. Ex-SPD-Mitglied Wolfgang Clement als Fürsprecher der Atomlobby. Ralf Güldner vom Deutschen Atomforum als Gesicht der Atomlobby. Und der bestfrisierte Bestsellerautor des Landes: Frank Schätzing, der Umweltthemen zu Unterhaltungsschmökern verarbeitet.

Sie wollen jetzt wahrscheinlich wissen: Wie war die Sendung? Wer hatte die besseren Argumente? Und wer siegt denn nun im Kampf um Energie und Macht?

Keine Sorge, wir haben noch genügend Zeit für Sachfragen. Aber zunächst wollen wir der Frage nachgehen: Wie hart ist "Hart aber fair"? Wie tickt Plasberg?

Wir haben uns alle längst daran gewöhnt, dass Plasberg hart nachhakt. Wir glauben, er tut das, um uns einen Blick hinter die Fassaden seiner Gäste zu erlauben. Das mag so sein. Vielleicht glaubt er das sogar selbst.

Doch gleichzeitig unterbindet er damit jede inhaltliche Diskussion. An wirklichen Ergebnissen ist er nicht interessiert - sondern nur an der nächsten Pointe.

Beispiel Gesprächseinstieg: Plasberg fragt Norbert Röttgen, ob er sich als Außenseiter in der eigenen Partei fühle. Der verneint das, ist ja klar, was soll er auch sonst sagen. Dann fragt er Ralf Güldner, ob er nicht ebenfalls das Gefühl habe, ein Außenseiter zu sein, weil er für eine Technik wirbt, die die Mehrheit ablehnt. Auch Güldner verneint, was bleibt ihm anderes übrig, wenn er nicht sofort seinen Job verlieren will. Röttgen und Güldner versuchen auch gleich, mit ihrem ersten Wortbeitrag einige argumentative Punkte zu machen. Plasberg geht dazwischen, denn das entspricht nicht seinem Plan. Sein Plan ist es, jetzt Renate Künast anzusprechen: "Frau Künast, die beiden Männer sagen, sie hätten nicht das Gefühl, Außenseiter zu sein. Wie ist das mit Männern und Gefühlen?" Schön vorbereitet, und jetzt zum Höhepunkt und Abschluss der Frage: "Ist das gefühlsecht?"

Klingt knackig, Kanzler und Können

Das ist die Plasberg-Methode, Teil eins: Fragen stellen, auf die die Antwort schon vorher klar ist. Und dann eine Zote abfeuern. Zugegeben: Das ist an diesem Abend das einzige Mal, dass man von Plasberg behaupten kann, zotig zu sein.

Das ist die Plasberg-Methode, Teil zwei: Wenn es zu inhaltlich wird, unbedingt unterbrechen. Als zum Beispiel Künast überraschenderweise nicht über Männer und Gefühle reden will, sondern über Laufzeiten, Sicherheitsrisiken und ungelöste Endlagerprobleme, geht Plasberg sogleich dazwischen: "Die Sendung ist noch lang, nicht alle Argumente auf einmal!" Später: "Wir haben noch genug Zeit für Inhalte, jetzt erst mal noch zum Stil." Im Einzelgespräch mit dem Umweltminister: "Herr Röttgen, Sie wollen immer wieder zu den Inhalten zurück..." - um ihn dann doch lieber zu fragen: "Können Sie Kanzler?"

Darauf erwartet Plasberg dann zwar selbst keine vernünftige Antwort, aber immerhin ist es eine schöne Alliteration gewesen. Klingt knackig, Kanzler und Können. Drollig wird es, wenn Plasberg von der wie immer wunderbaren Kollegin Brigitte Büscher in ihrer Zusammenfassung der Zuschauerreaktionen darüber informiert wird, dass sich eine Hanna, 39 Jahre, eine Diskussion wünsche, die weniger emotional und nicht so unsachlich geführt werden sollte. Herzlichen Dank, Brigitte, sagt Plasberg. Und dass er den Eindruck habe, die Zuschauer fragten nach Sachlichkeit. "Aber wenn es um die Zukunft geht, ist natürlich auch Leidenschaftlichkeit gefragt."

Und damit zum nächsten Einspieler.

"Die Frage ist ja, was haben wir heute Abend gehört?", fragt Plasberg, und dazu kommen wir sicher noch, aber zuerst soll es noch mal kurz um den Stil gehen und die Emotionen. Röttgen lächelt zwar immer noch, das kann er gut, aber nach vielen zermürbenden parteiinternen und öffentlichen Diskussionen hat man mittlerweile den Eindruck, dass seine Zähne dabei heftig knirschen. Renate Künast wurde mehrmals von Frank Plasberg unterbrochen und auf später vertröstet, was ihr augenscheinlich nicht die geringste Freude bereitete. Ralf Güldner wollte so dringend keinen Fehler machen, dass er einem unabhängig von der eigenen atompolitischen Einstellung schon leid tun konnte. Wolfgang Clement ist hingegen völlig egal, was die Leute denken, weil ein Mann wie er einfach recht hat. Und Frank Schätzing ist erstens in der Lage, komplexe Zusammenhänge mit einfachen Bildern anschaulich zu machen und dabei zweitens auch noch hübsch anzusehen, was ihn drittens zum perfekten Talkshowgast macht.

Und jetzt zu den Inhalten.

Wer gewinnt den Kampf um unsere Energie-Zukunft? Wer siegt im Atom-Showdown? Clement zu Röttgen: "Sie zerstören den Industriestandort Deutschland!" Darauf Künast zu Clement: "Nein, Sie zerstören den Industriestandort Deutschland!" Hundertmal und kein Ende abzusehen.

Quelle
(Hervorhebungen von mir)

Eine der schlimmsten Formate aller Zeiten.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Dr. Sooom am 27.08.10 21:15

Wer zum Teufel sieht sich denn solch einen Schrott an. Aber das ist halt die Medien-Welt – Manipulation und Propaganda!

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Aran Jäger der II. am 06.09.10 15:42

Bild setzt Alice Schwarzer auf Kachelmann an

Hätte in den 1970er Jahren jemand vorhergesagt, dass die Feministin Alice Schwarzer einmal eine Kolumne in der Bild-Zeitung bekommen würde, dann hätte man ihn wahrscheinlich gefragt, welche Genussmittel er zu sich genommen hat. Doch die Geschichte geht oft seltsame Wege - und ab Montag ist es tatsächlich so weit.


Dann berichtet die Frau mit dem Barry-Goldwater-Kinn einmal wöchentlich von einem Prozess am Landgericht Mannheim, der dem Springer-Blatt ganz besonders am Herzen liegen muss. Nicht nur, weil das Sommerloch immer noch weit offen ist und weil es um einen Prominenten und einige Seltsamkeiten geht, sondern auch deshalb, weil der unter bemerkenswert umfassender Medienbegleitung inhaftierte und angeklagte Wettermoderator Jörg Kachelmann durch Bild-Artikel seine Persönlichkeitsrechte verletzt sieht und die Zeitung auf zwei Millionen Euro verklagte.

Dass Kachelmann seine frühere Geliebte vergewaltigt hat, scheint für Schwarzer bereits festzustehen. Auf ihrer [extern] Website schreibt sie: "Hier verhandelt eine ganze Nation anlässlich dieses einen Prozesses über die Frage: Ist sexuelle Gewalt in Beziehungen Privatsache? Oder ist sie ein Verbrechen?"

Allerdings wurde seit den ersten Meldungen über Kachelmanns Festnahme Einiges bekannt, das es durchaus möglich erscheinen lässt, dass sich die Anzeigeerstatterin mit ihrer Beschuldigung lediglich dafür revanchiert haben könnte, dass sich der Zipfelbund-Preisträger mehrere Buhlinnen gleichzeitig hielt. Diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wie das Schwarzer zufolge "die anderen Leitmedien der Republik" angeblich machen, betrachtet die Siebenundsechzigjährige jedoch als Parteinahme für den Mann, der sie ein "Ernstnehmen" der "Sicht des mutmaßlichen Opfers" entgegensetzen will.

heise.de

Und passend zu Alice Schwarzer:


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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Aran Jäger der II. am 30.09.10 18:34

Torsten Dewi schreibt über die allgemeine Existenzberechtigung der Yellow Press

Klum-pa-Klatsch me if you can – Update

Spoiler:
Es gibt Blogs, die würde ich betreiben, wenn ich die Zeit dafür hätte. Und mich jemand bezahlen würde. Dazu gehört allemal ein Blog über die Verlogenheit der Yellow Press. Einige von euch werden sich an meinen ersten Beitrag zu diesem Thema vielleicht erinnern.

Nun gibt es Antje Tiefenthals Klatschkritik, aber das geht mir nicht genug an die Substanz. Kritisiert werden hier nur einzelne Versäumnisse der Blätter – das Existenzrecht von Magazinen, die praktisch komplett aus Hörensagen und Gerüchten bestehen, wird nicht in Frage gestellt. Dabei wäre genau das der Punkt, an dem ich ansetzen würde. Es sei auch erwähnt, dass ich ihr bei einem Beitrag kürzlich vehement widersprechen musste. Schaut mal rein, war eine lebhafte Diskussion.

Kurzum: Klatschkritik ist (noch?) nicht, was ich machen würde. Ich würde lieber JEDE Woche die Schlagzeilen auf den Covern der Yellow Press mit den zugehörigen Geschichten vergleichen. Das ist schon unglaublich genug. Bessere Beispiele, wie man Banalitäten substanzfrei zu Katastrophen aufbläst, gibt es nicht. Bittere Tränen, grausame Schicksale, böse Skandale – und dahinter steckt grundsätzlich kein kluger Kopf, sondern eine doofe Seifenblase.

Diese Woche waren wieder zwei schöne Beispiele zu finden. Aufhänger (und für die Klatschpresse Gottesgeschenk) ist Stephanie zu Guttenbergs Kritik an der Übersexualisierung der Jugend. Neben ein paar brauchbaren Thesen hat sie auch albern gegen die Kleidungsgewohnheiten von Lady Gaga und Heidi Klum geschossen. Der Ministergattin sind einige Stars zu offenherzig und pseudo-pornografisch gekleidet. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Banale Angelegenheit.

Was titelt die “Neue Post” dazu?

IST HEIDI KLUMS KARRIERE JETZT AM ENDE?

Eine Frage, kein Aussage. Klar. Für eine Aussage müsste ja was dran sein. Mit der gleichen Lässigkeit könnte ich fragen “IST HEIDI KLUM EIN ARISCHER KLON AUS HITLERS LABOREN?”

Schlägt man den Artikel im Heft auf, schrumpft die Sorge um die Karriere der Blondmaid schnell auf “heftige Kritik” zusammen. Namenlose “alle” werden bemüht, um eine Frage zu unterfüttern, die sich in Wirklichkeit niemand außerhalb der Frauenredaktionen stellt:

“Nun diskutieren alle über Heidis Sex-Chic. Und fragen sich: Gefährdet die Kritik der Minister-Gattin jetzt sogar ihre Karriere?”

Von der reißerischen Frage, ob Heidi Klums Karriere beendet sein könnte, ist jetzt nur noch eine theoretische Gefahr übrig, die angeblich von irgendwem diskutiert wird. Und zum Abschluss des Artikels wird es geradezu prophetisch: “Zu viel Offenherzigkeit hat schon mancher Karriere geschadet.”

Außer Spesen also nichts gewesen. Das kennen wir schon. Was mich allerdings ein ganz klein wenig fassungslos macht: Bettina Hennig, die Autorin dieses Artikels, promoviert(e?) zum Thema “Klatschjournalismus”. Was mich irgendwie an die Aussage von Hajo Friedrichs erinnert, dass sich ein guter Journalist nicht mit einer Sache gemein machen sollte…

Andererseits: Frau Hennig hat auch einen Roman geschrieben, der “Luise, Königin aus Liebe” heißt.

78103_135x177Schlimm, aber noch nicht schlimm genug. Den Preis für die abstruseste Cover-Unterstellung zum Streit Guttenberg/Klum bekommt NATÜRLICH “Life & Style”, jenes “Ein Freund verriet..”-Blättchen, welches ich in meinem ersten Beitrag bereits zur hässlichen Krone der Klatsch-Schöpfung erklärte. Dessen Texte bewegen sich in einer Twilight Zone aus vagen Andeutungen, die Realitätsnähe nicht einmal mehr vortäuschen. Wer für sowas schreibt, muss schon ausreichend Abstand zu jedem journalistischen Anspruch genommen haben.

Ihr seht es selbst:

“Wird ‘GNTM’ verboten?”

Man braucht den Artikel gar nicht lesen, um die Antwort zu kennen: nein. Die grundlegende Frage wäre ja auch: von wem? ProSieben, den Landesmedienanstalten, der Bundeskanzlerin, Heidi Klums Papa? Wer hätte das Interesse und die Möglichkeit, so eine Sendung zu verbieten? Niemand. Somit erklimmt “Life & Style” einen ganz neuen Gipfel rhetorischen Dummfugs: Es wird ein Drohszenario aufgebaut, das nicht mal theoretisch denkbar ist. Wow.

Da ist es allenfalls ein amüsante Randerscheinung, dass Frau zu Guttenberg auf dem Cover erheblich jugendgefährdender als Heidi Klum ein üppiges Dekolleté in die Kameras hält…

Der Bauer-Verlag beschreibt “Life & Style” übrigens so (Hervorhebungen von mir):

“Mit einem Abo von Life & Style kommt das neue Must-Heft für alle, die sich für den Look und das Leben der Stars interessieren jede Woche direkt zu Ihnen nach Hause. Für alle, die selbst gerne gut aussehen und viel Freude am Leben haben, ist Life&Style genau das Richtige.”

Und damit sich die etablierten Kollegen der “seriösen” Presse nicht allzu sehr auf die Schulter klopfen, dass sie “sowas” ja nicht nötig haben, verweise ich gerne auf diesen Beitrag von “Focus” aus dem Jahr 2006:

“Politiker wollen Klum-Show verbieten“

Es ist keine Pointe mehr, wenn ich euch verrate, dass auch hier der Artikel die Titelzeile nicht deckt. Cornelia Pieper (FDP) wird mit der Aussage zitiert: „Die Sendung sollte aus dem Programm genommen werden, weil sie junge Mädchen verbiegt.” Julia Klöckner von der CDU meldet sich: “Ich fordere einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Psyche und Gesundheit der jungen Mädchen.“

Von Verbot ist weit und breit nicht die Rede.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Dr. Sooom am 30.09.10 19:34

Wer solchen Tratsch und Klatsch liest, ist doch selber schuld. Wen interessiert das eigentlich, was andere machen? Und wen interessieren eigentlich irgendwelche Mutmaßungen, die weder Hand noch Fuß haben? Leider Gottes ausreichend viele, ansonsten wäre die Sparte schon längst untergegangen. In meinen Augen ist das nichts anderes als Propaganda und Hysterie.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Cel_Shaded am 01.10.10 19:04

@Dr.Sooom/generell die Bevölkerung des Planeten Erde
Ich frag mich auch manchmal, warum ich im Wartezimmer beim Zahnarzt nur die Auswahl zwischen Focus Money und 5 verschiedenen Prommiblättern habe und warum genau dann der Akku von meinem iPod leer wird.
Mal ehrlich welcher Menschen, in dem noch etwas an höherer Gehirnaktivität vorhanden ist liest so einen Schrott? Bin ich nur noch zu 90% von Idioten umgeben oder was? Entschuldigt bitte meine Aufregung, ich hab die ganze Woche lang maximal sechs Stunden pro Tag geschlafen weil ich im Bett noch die ganze Zeit die Bunte gelesen habe.
Das mit den sechs Stunden stimmt wirklich der Rest ist Ironie.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Aran Jäger der II. am 23.10.10 15:33

Stephen Fry meldet sich zu der Debatte über "Sprachpflege"



Wer nicht weiss was Sprachpflege ist kann bei Wikipedia nachschlagen:

Spoiler:
Aufgabe der Sprachpflege und damit der Sprachpfleger (Lehrer, Schriftsteller, Eltern, unabhängige Sprachpflegevereine usw.) ist es, die Ausdruckskraft und das Sprachvermögen der Sprachbenutzer durch einen richtigen und guten Gebrauch der Sprache und durch Einüben des natürlich gewachsenen Wortschatzes zu fördern. Täglich kommen neue Wörter und Neuschöpfungen hinzu, die mehr oder weniger Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch, d. h. in den aktiven Wortschatz finden. Sprachpflege soll zu einem kritischen Gebrauch der Sprache und zu besserem Deutsch führen. Voraussetzung hierfür ist demzufolge eine fundierte Sprachkritik, z. B. an falschem oder schlechtem Deutsch, an Neuschöpfungen (Wort des Jahres, Unwort) und schlechtem Sprachstil. Die Sprachpflege befasst sich daher mit verschiedenen Anwendungen sprachlicher Elemente: mit dem Sprachaufbau oder der Grammatik, mit der Rechtschreibung, der Zeichensetzung, dem Sprachstil unter Berücksichtigung der Semantik (Bedeutungslehre) und der Sprachästhetik. Dazu gehört auch die Verwendung oder Vermeidung von Fremdwörtern, aber nicht als Sprachpurismus (Sprachreinigung), den es besonders im 17./18. Jahrhundert gab, als sich eine nationale deutsche Muttersprache noch nicht entwickelt und gefestigt hatte. Das Wort „Sprachreiniger“ wurde erst in die 9. Auflage des Duden von 1915 aufgenommen. Das Wort „Sprachpflege“ steht dagegen erst seit den dreißiger Jahren im Duden. Es gibt allerdings auch ein Österreichisches Deutsch und ein Schweizerdeutsch und ein Schweizer Hochdeutsch. Deren Benutzer legen Wert auf eine Sprachpflege hinsichtlich der nationalen Eigenarten ihrer Sprachen.

in der Debatte wird dieses Wort vor allem für Leute gebraucht die es hassen wenn Fremdwörter in die Deutsche Sprache einfliessen (bspw. "lol" oder "Oh My God")

Wer sich für das Thema interessiert sollte den Blog von Anatol Stefanowitsch anschauen denn er schreibt über Etymologie und andere Wissenschaften der Sprache.

Klick mich


oder ihr lest Bücher von Bastian Sick und kommt dafür in die Hölle

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Mic am 23.10.10 21:49

Hui, danke für die Empfehlung des Blogs, nach dem ersten Lesen wurde er erst einmal zu den Lesezeichen hinzugefügt, scheint echt interessant zu sein.

Ich persönlich bin ja ein überzeugter Verfechter der deutschen Sprache, aber ich finde, bei solchen Diskussionen beschreitet man in dieser Position immer einen schmalen Grad zwischen einer konservativen und einer ignoranten Meinung.
Manche wollen einfach nicht verstehen, dass die Sprache etwas Lebendiges und nichts Starres ist. Man kann versuchen die Veränderungen in die "richtige" Bahn zu lenken, aber nicht einfach wegsehen und alle neuen Modewörter als falsch und dumm abstempeln. Die meisten verschwinden ja sowieso nach einiger Zeit wieder von der Bildfläche.

Aran Jäger der II. schrieb:in der Debatte wird dieses Wort vor allem für Leute gebraucht die es hassen wenn Fremdwörter in die Deutsche Sprache einfliessen (bspw. "lol" oder "Oh My God")

Hmm, ob man "lol" wirklich als Fremdwort im eigentlichen Sinne bezeichnen kann? Streng genommen ist das ja nur ein Chatausruf. Und das sollte es auch gefälligst bleiben.
Wenn Leute auch in einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht meinen, sie müssen ihre Gefühle durch laute "LOL!!!" Rufe unterstreichen, bekomme ich einen Anfall Wink
Sowas wie "OMG" geht ja gerade noch in Ordnung, aber jemand der nicht mehr in der Lage ist einfach zu Lachen? Ne, das ist einfach nur seltsam Wink

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Aran Jäger der II. am 23.10.10 22:07

Ich hätte nicht dagegen wenn "lol" den Satz "Sehr lustig" ersetzen würde.Das Wort ist kurz jeder weiss was gemeint ist und jeder kann dem Witz "seinen Respekt zollen" obwohl er nicht wirklich lachen musste. Ich bin für eine sehr englische Sprache die möglichst jeder versteht sonst wäre sie ziemlich nutzlos. Ich versuche damit nicht Amerika eine Vormachtstellung zu geben aber aus Amerika kommen momentan immer noch die größten kulturellen Errungenschaften und es ist immerhin die zweit meist gesprochene Sprache der Welt. Ansonsten sehe ich Sprache so das es einfach nur wichtig ist das man verstanden wird.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Aran Jäger der II. am 09.11.10 10:26

So Doppelpost und so.

Der bereits schon verlinkte Anatol Stefanowitsch untersucht die Verbindung von Sprachpflegern und der BILD:
Spoiler:

Der Verein Deutsche Sprache hat ja bekanntlich große Angst vor einem Verfall, wenn nicht sogar vor einem Aussterben, der deutschen Sprache. Seit Jahren agitieren die sprachlichen Kleingärtner aus Dortmund deshalb gegen die Verwendung von englischen Lehnwörtern, zum Beispiel, indem sie regelmäßig einen Prominenten für „besonders bemerkenswerte Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache“ als Sprachpanscher des Jahres an den Sprachpranger stellen. Allerdings mit gemischtem Erfolg: Die alljährliche Wahl, die in der Anfangszeit noch ein breites Presseecho fand, schafft es inzwischen kaum noch in die Medien. Zu ermüdend sind die immer gleichen Bezichtigungen wegen der gelegentlichen „Anglizismen“ die der „Sprachpanscher“ verwendet, oder, wie im Fall des aktuellen Titelinhabers Fritz Pleitgen, nicht verhindert haben soll.

Für ein potenziell unheilvolleres Anliegen hat die sprachliche Jagdgesellschaft nun aber einen starken Medienpartner gefunden: Seit Jahren agitiert der Verein für die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz. Ab und zu ist es ihm gelungen, einen Hinterbänkler oder einen profilsüchtigen Politiker im Sommerloch von diesem Anliegen zu überzeugen, und sogar der CDU-Parteitag hat sich vor zwei Jahren gegen den ausdrücklichen Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel für einen entsprechenden Antrag ausgesprochen. Aber genutzt hat das bislang nichts.

Das könnte sich jetzt ändern, denn dem VDS ist es gelungen, die BILD für die Sache zu gewinnen. Auf BILD.de wirbt die seit gestern für eine Unterschriftenaktion des Vereins und fordert die Leser/innen auf, den folgenden Text auszudrucken und unterschrieben an den Verein weiterzuleiten:

An die Abgeordneten des Bundestages,
an die Mitglieder der Bundesregierung!
Hiermit fordere ich die Aufnahme der 
deutschen Sprache in unser Grundgesetz!
Denn: Ich habe genug von der Misshandlung unserer Muttersprache!
Ich will nicht länger in Läden einkaufen, die mit „sale“ für den Schlussverkauf werben!
Ich will keine Jobs, die mit „key account“ oder „facility management“ schöngeredet werden!
Ich will keine Politiker, die sich in Parteiprogrammen für mehr „street worker“, für „gender mainstreaming“ oder „social networks“ einsetzen.
UND: Ich will keine Zuwandererfamilien, 
die sich bis in die dritte Generation weigern, 
die Sprache des Landes korrekt zu lernen, 
in dem sie leben!
ICH WILL, DASS UNSERE MUTTERSPRACHE 
GESCHÜTZT WIRD!
Deshalb fordere ich Sie auf: Nehmen Sie die
deutsche Sprache endlich in unser Grundgesetz auf. Machen Sie endlich Schluss mit der Verwässerung des Deutschen in Medien, Wirtschaft und Politik!
Ihr
[UNTERSCHRIFT]

Es ist unklar, wer den Text verfasst hat, aber meiner Einschätzung nach kommt er nicht vom Verein Deutsche Sprache, sondern von der BILD selbst, denn das Märchen von den „Zuwandererfamilien, 
die sich bis in die dritte Generation weigern, 
die Sprache des Landes korrekt zu lernen, 
in dem sie leben“ wäre für den VDS sehr untypisch, passt aber genau in die aufgeregt-verblödete Weltsicht der BILD. Außerdem wäre dem VDS kaum der Fehler unterlaufen, das Wort Jobs ohne Anführungszeichen zu verwenden.

Eigentlich ist der Petitionstext ja sprachnörglertypisch lächerlich und wäre keine weitere Erwähnung wert. Wer in Läden nicht einkaufen will, die einen „Sale“ veranstalten, der kann schließlich zur Konkurrenz gehen. Politiker, die sich für mehr „social networks“ einsetzen (?!?), braucht niemand zu wählen. Und wer keinen Job als Key Account- oder Facility Manager haben will, der bleibt im Zweifelsfall eben auf dem Sofa sitzen und liest weiter die BILD.

Aber leider, und aus Gründen, die kein rational denkender Mensch nachvollziehen kann, ist die BILD ein Schwergewicht im Meinungsbildungsprozess der deutschen Politik und so könnte es schnell notwendig werden, der Unterschriftenaktion von VDS und BILD etwas entgegenzusetzen.

Aber hier zunächst zum Hintergrund. Dass man in Deutschland Deutsch spricht, ist ja eigentlich offensichtlich, und so sind viele Menschen überrascht, wenn sie hören, dass das im Grundgesetz nicht festgelegt ist. Die einzige Erwähnung des Wortes Sprache findet sich dort unter den Grundrechten (in einem Zusammenhang, der dem Verein Deutsche Sprache so gar nicht zusagen dürfte):

Art. 3, Abs. 3. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. [Grundgesetz, Art. 3]

Den Schöpfern des Grundgesetzes ist es also entweder schlicht nicht in den Sinn gekommen, dass irgendjemand den Status der deutschen Sprache als Sprache Deutschlands infrage stellen könnte, oder sie haben bewusst darauf verzichtet, eine Verkehrssprache festzulegen (einen kleinen Hinweis darauf, welche Sprache das in Deutschland sein könnte, erhält man bei der Lektüre des Grundgesetzes natürlich trotzdem -- immerhin es auf Deutsch verfasst).

Der VDS hat klare Vorstellungen davon, wie das Grundgesetz geändert werden soll: Man möchte den Artikel 22 ergänzen. Der lautet derzeit so:

(1) Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Die Repräsentation des Gesamtstaates in der Hauptstadt ist Aufgabe des Bundes. Das Nähere wird durch Bundesgesetz geregelt.
(2) Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.
[Grundgesetz, Art. 22]

Und so soll er geändert werden:

Ein ergänzender Artikel 22a mit dem Text „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch“ würde den Gebrauch der Sprache im öffentlichen Bereich regeln. [VDS, 2010]

Während die Väter des Grundgesetzes die Wahl der Sprache also als ein Grundrecht verstanden wissen wollten, möchte der VDS sie zu einer Pflicht umdefinieren. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie diese Pflicht dann konkret ausgestaltet werden soll. Soll es ausländischen Mitbürgern untersagt werden, vor Gericht einen Dolmetscher hinzuzuziehen? Sollen Jugendlichen aus Migrantenfamilien in Zukunft auf dem Schulhof oder im Sportverein ihre Muttersprachen nicht mehr verwenden dürfen? Wird es Mitgliedern sprachlicher Minderheiten (z.B. der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein oder der sorbischen Minderheit in Brandenburg und Sachsen) verboten, ihre Sprache in der Öffentlichkeit zu verwenden? Oder Sprechern von Dialekten (z.B. dem Bairischen oder der plattdeutschen Dialekte)? Wird die Verwendung von Lehnwörtern im öffentlichen Raum zu einer Ordnungswidrigkeit? Wird es deutschen Verlagen verboten, Fachbücher oder Fachzeitschriften in englischer Sprache zu veröffentlichen? Wird das Deutsche an deutschen Universitäten zur einzigen erlaubten Unterrichtssprache? Wird die deutsche Sprache zu einem staatlichen Symbol, dessen Herabwürdigung unter Strafe gestellt wird?

Dieser Fragenkatalog mag übertrieben dramatisch klingen, aber man braucht nur in unser Nachbarland Frankreich zu schauen, um zu erkennen, dass viele dieser Fragen in Ländern mit einer gesetzlich verankerten Sprachpolitik durchaus mit „Ja“ beantwortet werden. Und irgendeinem Zweck muss die Aufnahme des Deutschen ins Grundgesetz ja dienen, denn einen unmittelbaren Grund gibt es nicht.

Als Amtssprache -- also als diejenige Sprache, in der der Staat mit seinen Bürgern kommuniziert -- ist das Deutsche nämlich längst gesetzlich festgelegt. Das Bundesverwaltungsverfahrensgesetz lässt daran keinen Zweifel, wenn es in Paragraph 23, Abschnitt 1 unzweideutig klarstellt: „Die Amtssprache ist deutsch“ (BVwVfG, Art. 23).

Abschnitt 2 desselben Paragrafen bestimmt dann, dass jedem Dokument, dass einer Behörde in einer anderen als der deutschen Sprache vorgelegt wird, eine Übersetzung beiliegen muss, bzw. dass die Behörde eine solche kostenpflichtig anfertigen lassen kann. Abschnitt 3 regelt, dass ein Verfahren erst dann beginnt, wenn eine solche Übersetzung vorliegt. Und Abschnitt 4 besagt, dass durch das Einreichen von fremdsprachigen Dokumenten Fristen nur dann gewahrt werden können, wenn innerhalb eines angemessenen Zeitraums eine Übersetzung nachgereicht wird.

Die Verwaltungsverfahrensgesetze aller Bundesländer übernehmen entweder diese Vorschriften direkt oder sie formulieren fast identische Regelungen (wer sich selbst überzeugen möchte: Es ist in allen Fällen ebenfalls der Paragraf 23 des entsprechenden Gesetzes, außer in Schleswig-Holstein, wo es Paragraf 82a ist und in Sachsen, wo es Paragraf 2 der „Dienstordnung für die Behörden“ ist).

Der Paragraf 23 der Verwaltungsverfahrensgesetze ist kein inspirierender Text. Er regelt ganz emotionslos den deutschen Behördenalltag und lässt sich nur schwer medienwirksam für ideologische Zwecke nutzbar machen. Aber er stellt unmissverständlich klar, welche Sprache man in Deutschland sprechen muss, wenn man staatsbürgerliche Rechte und Pflichten ausüben muss oder möchte.

Bei der Aktion des VDS geht es also inhaltlich um rein gar nichts. Es ist reine Selbstinszenierung. Bei der BILD geht es, wie immer, um populistischen Pseudoaktionismus, der aber schnell gefährlich werden kann. Man kann hoffen, dass das Herunterladen, Ausdrucken und unterschreiben eines Word-Dokuments durchschnittliche BILD-Leser/innen weit überfordert, aber falls der VDS mit Unterstützung der BILD mit seiner Unterschriftenaktion Erfolg hat und den Diskussionsprozess um eine Grundgesetzänderung neu anstößt, werde ich von diesem Blog aus eine Gegenaktion starten.

Denn ich lebe gerne in einem Land, in dem ich Deutsch sprechen darf. Ich habe auch nichts dagegen, in einem Land zu leben, in dem alle Bürger deutsch sprechen können. Ich kann sogar nachvollziehen, dass ich mit staatlichen Institutionen Deutsch sprechen muss. Aber ein Land, das seinen Bürgern durch die Verfassung vorschreibt, welche Sprache ich außerhalb von Amtszimmern und Gerichtssäälen zu sprechen habe, ist für meinen Geschmack zu zwanzigstes Jahrhundert.

Quelle

Ausserdem hat Stefan Klein englisches mit deutschem Polit-Interviews verglichen:

Spoiler:
Fernsehinterviews sind für Politiker freundliche Routine. Die Moderatoren könnten vom BBC-Kollegen Jeremy Paxman lernen - das zeigt ein ZDF-Gespräch mit Norbert Röttgen.

Bei der BBC in London gibt es einen Fernsehmoderator namens Jeremy Paxman. Der hat eine Art, Politiker zu interviewen, dass die sich oft vorkommen dürften, als würden sie bei lebendigem Leibe gegrillt. Oder mit besonders grobem Schmirgelpapier abgerieben. Einmal, da interviewte Paxman den konservativen Politiker Michael Howard. Paxman fragte, Howard wich aus. Paxman wiederholte die Frage, Howard wich wieder aus. So ging das weiter, und als das Interview zu Ende war, hatte Paxman die selbe Frage, wortgleich, zwölf Mal hintereinander gestellt.
berlin direkt Bild vergrößern

Gorleben als Endlager für radioaktive Abfälle: Norbert Röttgen bekam fast scharfe Fragen von "Berlin-direkt"-Moderator Thomas Walde (rechts).

Paxman bekam auch nach der zwölften Frage keine Antwort, aber darauf kam es da auch schon nicht mehr an. Entscheidend war, dass Paxman vor großem Publikum den Politiker Howard als einen glitschigen Windbeutel entlarvt hatte, der zu einer ehrlichen Antwort ganz offensichtlich nicht in der Lage war. Es war eine Sternstunde: Democracy in action, ein großartiges Beispiel für kritischen Fernsehjournalismus. Die Wächterrolle der Medien nicht gespielt, sondern ernst genommen. Paxman wurde durch das Interview zur lebenden Legende.

Am Sonntag Abend interviewte der Moderator Thomas Walde in der ZDF-Sendung Berlin direkt Bundesumweltminister Norbert Röttgen, und für einen kurzen Moment dachte man, da hätte sich aus der Riege der lieben, braven Tu-nicht-weh-Fernsehfragesteller endlich mal einer ermannt. Es ging um Gorleben und seine Eignung als Endlager für radioaktive Abfälle. Walde wollte wissen, welche Alternativen es gebe, sollte die Prüfung des Standorts Gorleben ergeben, dass er nicht geeignet sei.



Der Minister begann seine Replik mit den Worten "Also ich bitte Sie!" Dann ruderte er wild herum in der See der großen Worte, und weil er schon mal was zum Dreschen in Händen hielt, ging er damit sogleich forsch auf Rotgrün los und deren angebliche Versäumnisse.

Die Frage beantwortete er nicht. Walde hakte nach und bekam wieder keine Antwort. Er hakte ein zweites Mal nach, und abermals redete der Minister lang und ausführlich um die Antwort herum. Dann kam der Moment, in dem man hoffnungsfroh und überrascht einen Hauch von Paxman zu spüren glaubte, denn Walde hakte tatsächlich ein drittes Mal nach. Doch während der britische Kollege die Frage gereizt von soviel Ausweicherei schroff hingebellt hätte, hatte Walde der Mut vor hohen Thronen da offenbar schon verlassen. Er sagte: "Herr Röttgen, ich muss gestehen, ich habe nicht verstanden, welche Alternative Sie haben..." Gerade dass er sich nicht entschuldigte für seine Begriffsstutzigkeit.

Für Röttgen dürfte in diesem Moment festgestanden haben, dass ihm keine Gefahr mehr drohte, jedenfalls nicht von diesem Interviewer. Er sagte: "Was heißt, die Alternative. Die Alternative der Vergangenheit war Nichtstun." Als hätte jemand nach der Vergangenheit gefragt! Jetzt wurde fröhlich nonesense nach Politikerart aufgetischt, und der Moderator Thomas Walde ließ sich widerstandslos damit abspeisen. Er ging zur nächsten Frage über.

Da war er verpufft, der kleine Moment der Hoffnung, man könnte im deutschen Fernsehen vielleicht doch noch mal so etwas wie ein spannendes und vielleicht sogar gewinnbringendes Politikerinterview sehen. Doch wahrscheinlich war diese Hoffnung ohnehin nur Illusion. Denn es stimmt etwas Grundsätzliches nicht mit der Art und Weise, wie die Klebers, Gottliebs, Buhrows und Illners ihre Interviews führen. Es ist fast immer nur eine Art Schattenboxen, das nicht weh tun, nicht enthüllen und schon gar nicht demaskieren soll. Es ist nette, freundliche Routine und für die Politiker leichtes, sehr leichtes Spiel.

Jeremy Paxman hat übrigens viel später über sein legendäres Interview gesagt, er habe die Fragen nur deshalb so oft wiederholt, weil der anschließende Beitrag der Sendung noch nicht fertig gewesen wäre und er versucht habe, Zeit zu schinden. Das mag glauben, wer will, es war wohl mehr eine kleine Koketterie eines inzwischen recht eitlen Mannes. Doch bei aller Selbstverliebtheit: Ein harter Hund ist Jeremy Paxman bis heute geblieben. Es soll Politiker in Großbritannien geben, die sich coachen lassen, bevor sie sich zu ihm in die Sendung wagen.

Quelle

Aran Jäger der II.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Aran Jäger der II. am 15.11.10 14:42

Es ist unglaublich ein Artikel über Stefan Raab wurde im Focus veröffentlicht und dazu hat Stefan Raab eine Gegendarstellung veröffentlicht diese umfasst 20(!) Punkte

FOCUS veröffentlichte am 25.10.2010 auf Seite 161ff den Artikel "Will der nur spielen?" über mich.

1. In dem Artikel wird behauptet, ich hätte mit meiner Lebensgefährtin im Haus meiner Eltern gelebt.
Hierzu stelle ich fest, dass ich nicht mit meiner Lebensgefährtin im Haus meiner Eltern gelebt habe.

2. Daneben behauptet FOCUS, ich hätte mir beim Turmspringen das Jochbein gebrochen.
Hierzu stelle ich fest, dass ich mir beim Turmspringen nicht das Jochbein gebrochen habe.

3. Weiter heißt es: "Zur Gewinnmaximierung nimmt Raab mit schöner Regelmäßigkeit Schleichwerbung ins Programm. Und sein Sender zahlt in noch schönerer Regelmäßigkeit Strafen dafür."
Hierzu stelle ich fest, dass ich keine Schleichwerbung ins Programm nehme und mein Sender keine Strafen dafür bezahlt.

4. Weiter heißt es: "Er verdient auch mit am Beinahe-Erfolg eines Oliver Pocher und am Massenerfolg eines Mario Barth."
Hierzu stelle ich fest, dass ich an Oliver Pocher und Mario Barth nicht mitverdiene.

5. Weiter heißt es: "Seine TV-Karriere startet 1993. Raab fährt vor mit einem Wagen, auf dem in großen Buchstaben steht: "Metzgerei Raab".
Hierzu stelle ich fest, dass ich bei keinem Sender oder Produktionsunternehmen mit einem Wagen vorgefahren bin, auf dem "Metzgerei Raab" stand.

6. Weiter heißt es: "Der Metzgerssohn, der heute noch das Mettbrötchen mit Zwiebeln, Gurkenscheibe dazu, ganz hinten in seiner Stammkneipe schätzt (…)."
Hierzu stelle ich fest, dass ich nie Mettbrötchen mit Gurkenscheiben dazu esse und auch keine Stammkneipe habe.

7. Weiter heißt es: "Wenn der ,lieve Jong’ einmal die Woche von seiner Villa seine Eltern (…) besuchen kommt (…)."
Hierzu stelle ich fest, dass ich meine Eltern in unregelmäßigen Abständen besuche.

8. Weiter heißt es: "Die Nervosität steigert sich im Wochenrhythmus, wenn Raab auf die Quoten wartet."
Hierzu stelle ich fest, dass die Quoten meiner Sendungen am Folgetag im Teletext veröffentlicht werden.

9. Zudem wird behauptet, ich wäre anlässlich meines Grundwehrdienstes Politikern begegnet.
Hierzu stelle ich fest, dass ich anlässlich meines Grundwehrdienstes keinen Politikern begegnet bin.

10. Weiter heißt es: "Zu Terminen fliegt er gern mit dem eigenen Hubschrauber."
Hierzu stelle ich fest, dass ich keinen Hubschrauber habe.

11. Zudem wird behauptet, ich meide hartnäckig die (Gerichts)Öffentlichkeit"(…) – und das selbst auf die Gefahr hin, dass er ein Ordnungsgeld riskiert."
Hierzu stelle ich fest, dass ich stets rechtzeitig durch die Gerichte vom persönlichen Erscheinen entbunden wurde und niemals ein Ordnungsgeld riskiert habe.

12. Weiter heißt es: "Eine Dornröschen-Hecke umschließt den Garten, und nur manchmal reitet der Prinz auf seiner Harley-Davidson aus."
Hierzu stelle ich fest, dass mein Grundstück von keiner Hecke umschlossen ist und ich keine Harley-Davidson habe.

13. Weiter heißt es: "Zur September-Ausgabe seiner Millionenshow kommt Stefan Raab erst gerade eine Stunde vor dem Sendebeginn. In derselben Kleidung tritt er vor die Kameras. Sie riecht noch nach dem heimischen Grill."
Hierzu stelle ich fest, dass ich zur September-Ausgabe meiner Show früher als eine Stunde vor Sendebeginn erschienen bin, an dem Tag nicht gegrillt und meine Kleidung – wie vor jeder TV-Show – gewechselt habe. Diese Kleidung trug auch keinen Grillgeruch.

14. Weiter heißt es: "Die Metzgerfamilie Raab kauft sich ein ins Aloisiuskolleg in Bad Godesberg."
Hierzu stelle ich fest, dass ich mich für die Aufnahme ins Aloisiuskolleg beworben habe und erst nach einer persönlichen Vorstellung aufgrund einer Entscheidung des Kollegs aufgenommen wurde. Meine Familie hat sich nicht ins Kolleg eingekauft.

15. Weiter heißt es: "Schüler Stefan zieht in das Haus 'Stella Rheni’."
Hierzu stelle ich fest, dass ich nie im Haus "Stella Rheni" gewohnt habe.

16. Zudem wird behauptet, Stefan Raab habe sich vor einem Modellschiff aufgebaut und gesagt: "Das wär's, einmal mit einem Segelschiff um die Welt."
Hierzu stelle ich fest, dass ich mich weder vor diesem noch vor einem anderen Modellschiff aufgebaut und keine solche Äußerungen vor dem Modellschiff getätigt habe.

17. Weiter heißt es: "Die Gitarre hat Stefan Raab stets dabei. Wenn er (…) im Tor steht, liegt sie griffbereit hinterm Netz. Geht im Spiel etwas schief, singt Stefan sofort sein Spottlied."
Hierzu stelle ich fest, dass ich niemals meine Gitarre griffbereit hinterm Netz hatte. Ich habe auch keine Spottlieder auf dem Spielfeld gesungen.

18. In der Bildunterzeile des Fotos auf S. 162, das ein Modellschiff zeigt, heißt es: "Sein Traumschiff – im Internat".
Hierzu stelle ich fest, dass das Modellschiff nicht mein Traumschiff ist.

19. In der Bildunterzeile des Fotos auf S. 163, das ein Klassenzimmer zeigt, heißt es: "Seine Klasse – im Internat".
Hierzu stelle ich fest, dass es sich nicht um mein Klassenzimmer handelt.

20. In der Bildunterzeile des Fotos auf S. 166, das ein Mettbrötchen zeigt, heißt es: "Sein Brötchen – in der Kölschkneipe".
Hierzu stelle ich fest, dass es sich nicht um mein Mettbrötchen handelt.

Köln, den 10.11.2010
Stefan Raab

Der Focus äusserte sich dann dazu auch noch so:

Bekannt ist STEFAN RAAB, 44, als Spaßvogel und als Musikfreund, der Lena Meyer-Landrut großgemacht hat. Eine andere Seite zeigt Raab, wenn es um die eigene Person geht. Dies verrät diese Gegendarstellung, die FOCUS mit Blick auf den Informationsgehalt sehr gern druckt. Schon zu Beginn der Recherche zum Stefan-Raab-Porträt "Will der nur spielen?" hatte der Medienunternehmer mit rechtlichen Schritten drohen lassen. FOCUS recherchierte trotzdem. Reporter gingen ins Handelsregister, sie sprachen mit Nachbarn und Weggefährten, mit Mitschülern und Jugendfreunden, mit Anwälten, einstigen Lehrern und Priestern. Einige haben schon angeboten, ihre Erinnerungen mit eidesstattlichen Versicherungen zu unterstützen. Den Wahrheitsgehalt der Gegendarstellung wollen wir nicht kommentieren. Unseren Lesern, die sich ein eigenes Bild machen möchten, empfehlen wir besonders die Punkte 6, 18 und 20.

Quelle: BILDblog

Kommentar: Unglaublich....

Aran Jäger der II.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Darkfire am 15.11.10 15:07

Ich finde das nur echt nur lächerlich, wie die Stefan Raab in den Schmutz ziehen wollen. Wenn Herr Raab - und er sollte es wohl am besten wissen - diese Dinge dementiert, dann sind sie wohl auch unwahr. Hoffentlich kriegt der Focus von Raab mal einen aufn Deckel.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Odin am 23.08.11 14:04

Anmerkung [Dr. Sooom]: Dieser und alle nachfolgenden Posts bis zu diesem hier befanden sich einst im Thread gamescom 2011.

Original-Post von Odin: (23.08.2011 14:04 Uhr)

Unser aller Nicht-Lieblingssender RTL hat sich auch - wie es nicht anders zu erwarten war - zu Wort gemeldet:


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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Darkfire am 23.08.11 17:40

Ich habe eben über Facebook von diesem Video gehört und es mir auch angeschaut...

Na ja, Niveau kann man von RTL sowieso nicht erwarten, aber hier wird JEDER Messebesucher diskreminiert! Hauptsache Vorurteile der späten 80er / frühen 90er wieder aufgreifen und irgendeinen Schwachsinn zeigen - RTL-Zuschauer verstehen die Verbindung zwischen Realität und Fiktion sowieso nicht.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Odin am 23.08.11 18:25

Darkfire schrieb:[...]RTL-Zuschauer verstehen die Verbindung zwischen Realität und Fiktion sowieso nicht.
Die Definitionen "Realität" und "Fiktion" selbst verstehen diese erst recht nicht. Wink Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich RTL aufkaufen und aus dem Verkehr ziehen.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Gast am 23.08.11 21:31

Schön, dass ich frisch gewaschen in hellen Klamotten und unverkleidet erschienen bin. Die haben doch 'nen Knall - wie immer. @Odin: wir könnten und ja zusammen tun? Es gibt sicher noch andere, die dich unterstützen würden! Razz

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von ParA"DoX am 23.08.11 22:16

Also ich fand den Beitrag eigentlich ganz amüsant, wenn auch eher sinnfrei. Wer ist überhaupt so doof und stellt sich vor ein RTL Mikro?

@Odin, wenn du RTL aufkaufst dann sorg lieber dafür das der Sender gescheite sachen ausstrahlt anstatt ihn einfach zu schließen.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Gast am 23.08.11 22:56

Ich finde es weniger amüsant zu wissen dass es viele Menschen gibt die so etwas aufs Wort glauben. Nee, lieber RTL schließen, der Ruf ist nicht mehr zu reparieren, irreparabel beschädigt.

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Tobbi am 24.08.11 0:53

Ich zitiere hier einfach mal meinen Kommentar zum Kommentar von GameFusion:

RTL hat sich mit diesem Beitrag sicherlich keinen Gefallen getan. Denn hier beißt RTL die Hand, die sie füttert. Ich kann mir gut vorstellen, dass RTLs Hauptzielgruppe 12-30-jährige sind, ihr Nachmittagsprogramm scheint zumindest auf diese Gruppe ausgerichtet zu sein (Mitten im Leben, Familien im Brennpunkt, Unter uns, etc.). Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die 70-jährige Oma oder die berufstätigen Eltern die meisten Zuschauer dieser Sendungen ausmachen.
Man kann also schon behaupten, ein großer Teil der RTL-Zuschauer sind auch Menschen, die Videospiele spielen. Diese zu verspotten kann also auch nach Hinten los gehen.

Anderer Seits kann ich es nicht verstehen, wie die Interviewten so dumm sein konnten, der Ausstrahlung einfach so zuzustimmen. Generell ist es wohl nicht sehr klug, sich von RTL filmen zu lassen. Die gezeigten Personen hätten besser vorher verlangt, vor der Ausstrahlung das Sendematerial vorgeführt zu bekommen, und hätten vorher besser keine Senderechte eingeräumt.

Hier noch der Link zum Kommentar von GameFusion zum RTL Beitrag: http://www.gamefusion.de/kolumne/2011/08/rasierer-oder-videospiel/

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Odin am 24.08.11 1:10

ParA"DoX schrieb:@Odin, wenn du RTL aufkaufst dann sorg lieber dafür das der Sender gescheite sachen ausstrahlt anstatt ihn einfach zu schließen.
In dem Fall würde ich nur noch Anime ausstrahlen lassen. Very Happy

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Re: Die allgemeine Medienlandschaft

Beitrag von Dr. Sooom am 24.08.11 1:19

@Tobbi: Bei deiner Alterseinschätzung wäre ich da etwas vorsichtiger. Ich kenne – leider – einige, die quasi schon bewusst RTL schauen, da sie dort nicht denken/aufpassen müssen und so angeblich entspannen können. Und diese Leute sind zwischen 25 und 55.

An dieser Stelle frage ich mich ja, warum RTL gleich drei "Redakteure" für solch einen schwachsinnigen Bericht dorthin schickt. Naja, wer sich über solch einen Schund aufregt, ist selber schuld. (Ich selber hätte die Zeit wohl besser nutzen sollen.)

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